RAUMKLIMA UND SCHADSTOFFE

Ein gesundes und angenehmes Raumklima in der eigenen Wohnung oder in Arbeitsstätten ist Voraussetzung für das Wohlbefinden der Menschen.

Folgende Faktoren beeinflussen unser Wohnklima:

1. LUFT
Zusammensetzung
Staubgehalt
Pilze, Bakterien, Allergene
Geruch
Bewegung
Lüftung

2. TEMPERATUR
Wärmestrahlung
Konvektion
Oberflächentemperatur
Außen und Innentemperatur
Sonneneinstrahlung
Heizung/Klima

3. FEUCHTE
Relative Luftfeuchte
Materialfeuchte
Dampfdiffusion

4. ELEKTROKLIMA
Erdmagnetfeld
Magnetische und elektrische Wechsel/Gleichfelder
Hochfrequente EMF
Ionisierung (elektrostatische Aufladung)

Besonders im Winter, im Norden und Mitteleuropa, sind wir erheblichen Belastungen ausgesetzt, wie zum Beispiel, trockene und verstaubte Luft, Mangel an Sonnenlicht, erhöhte Konzentrationen an Viren und Bakterien und andere. Hier einige Tipps für ein behagliches und gesundes Raumklima:

• Ausreichendes Lüften, besonders effizient ist das Querlüften (4- 6 Minuten)
• Raumtemperatur reduzieren auf z. B. 21 °C, im Schlafzimmer noch weniger.
• Beheizung mittels Strahlungswärme (Grund-Kachelöfen oder Wandheizungen sind ideal). Konvektionswärme verursacht hohe Staub- und Luftzirkulation.
• Möglichst dezentrale Raumregelung unabhängig vom Heizsystem.
• Einsatz baubiologischer Bauweisen und Baumaterialien, die diffusionsfähig sind und Feuchtigkeit aufnehmen und dann wieder abgeben; diese sollten sich nicht statisch aufladen.
• Staubarme Luft z. B. durch Verwendung guter Staubsauger mit HEPA-Filter und feuchtes Wischen. Luftbefeuchter sind nicht immer angebracht, da sie, wenn sie nicht regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden, Bakterien und Schimmelpilze bilden können.
• Viel trinken, Bewegung an der frischen Luft, gesunde Lebensweise.

Schadstoffe in der Luft:

Leichtflüchtige Substanzen (VOC: Volatile Organic Compounds) sind in fast allen Innenräumen nachweisbar und können in erhöhten Konzentrationen gesundheitliche Probleme wie z.B. Müdigkeit, Schleimhautreizungen, Reizungen der Atemwege und Augen, Kopfschmerzen, Infektanfälligkeit hervorrufen. Dazu gehören auch Wirkungen auf das Nervensystem und Allergie - auslösende oder Allergien - verstärkende Eigenschaften. (Multiple Chemical Sensitivity - Multiple Chemikalienunverträglichkeit). Manche dieser Stoffe können Krebs erzeugen, das Erbgut schädigen oder die Fortpflanzung beeinträchtigen.

Chemisch gesehen sind es z.B. Kohlenwasserstoffe, Alkohole, Aldehyde und organische Säuren. Auch natürliche organische Verbindungen, wie Terpene aus Holz, gehören dazu. Viele Lösemittel, Flüssigbrennstoffe und synthetisch hergestellte Stoffe können als VOC auftreten, aber auch zahlreiche organische Verbindungen, die in biologischen Prozessen gebildet werden, die sogenannten MVOC (Microbial Volatile Organic Compounds). Hierbei handelt es sich um Verbindungen, die von Mikroorganismen (Pilzen, Bakterien) produziert werden.

Quellen von VOC´s

Mögliche Innenraumquellen sind Baustoffe und Materialien zum Bau von Gebäuden und zur Innenausstattung (zum Beispiel Fußboden-, Wand- und Deckenmaterialien, Farben, Lacke, Klebstoffe, Möbel und Dekormaterialien, Teppiche und Teppichböden).

Wie können VOC vermindert werden?

Man sollte immer emissionsarme Produkte und Materialien wählen. Vor dem Kauf ist es wichtig sich über die Zusammensetzung der verschiedenen Produkte gut zu informieren; nicht immer ist das Vorhandensein von Umweltzeichen eine Garantie für die Sicherheit und die Gesundheit.

Bei Verdacht von gesundheitlichen Beeinträchtigungen in Zusammenhang mit VOC, sollte hierbei ein Baubiologe einbezogen werden, welcher die möglichen Quellen ermitteln, entfernen oder behandeln kann. Grundsätzlich ist es immer wichtig, durch Lüften eine VOC-Konzentration in Innenräumen zu vermindern.